Samstag, 15. April 2017

Pflanzenportrait: Stauden-Sonnenblume / Helianthus Microcephalus-Hybride ‚Lemon Queen’



Familie:
Asteraceae
Herkunft:
Nordamerika
Aussehen:
Straff aufrecht, Wuchshöhe 170 cm
Blüte:
zartgelb
Blütezeit.
August – September/Oktober

Diese Staudensonnenblume ist mir als Sonnenblumen-Fan die liebste: Sie ist relativ anspruchslos, erreicht eine stattliche Höhe und ist ausdauernd. Sie mag einen humosen, nicht zu trockenen Boden, was sie mit zahlreichen, zartgelben Blüten belohnt. Sie wächst straff aufrecht und muss nicht aufgebunden oder gestäbt werrden.

Diese schöne Staude macht sich als Zaungucker ebenso gut wie in Präriepflanzungen mit hohen Stauden wie Phlox, Astern und Sonnenbräuten sowie mit Gräsern wie Chinaschilf oder dem Reitgras ‚Karl Förster’. Die hellen Blüten leuchten einem auch an trüben Herbsttagen unbeirrt entgegen und heben die Stimmung.

Pflanzen Sie ‚Lemon Queen’, um Licht in dunkle Gartenecken zu bringen. Ab und zu eine Gabe Kompost und ein Rückschnitt eine Handbreit über dem Boden im Spätherbst oder Spätwinter, mehr Pflegeaufwand braucht sie nicht. Aufgrund der langen Blütezeit bis zum Frost eine dankbare, nicht wuchernde Staude für pflegeleichte Gärten. 


Pflanzenportrait: Himalaya-Wolfsmilch / Euphorbia griffithii


 
Familie:
Euphorbiaceae
Herkunft:
Himalaya
Aussehen:
aufrecht, Wuchshöhe 70 – 80 cm
Blüte:
leuchtend rot
Blütezeit.
April - Juli

Für mich die schönste Wolfsmilch-Art. Die leuchtend roten Hochblätter haben eine tolle Fernwirkung, vor allem dann, wenn man die Pflanzen in großen Gruppen setzt. Sie sind sehr ausbreitungsfreudig und vermehren sich recht schnell durch Ausläufer, lassen sich aber durch abstechen oder herausreißen gut im Zaum halten.

Die Himalaya-Wolfsmilch mag humosen, nicht zu trockenen Boden und einen sonnigen Standort. Nicht nur wegen ihres Ausbreitungsdrangs, sondern auch wegen der besseren optischen Wirkung sollte sie einen Platz bekommen, wo sie sich ungestört vermehren kann, ohne andere Pflanzen zu bedrängen.

Während sie Nachbarstauden gern den Platz streitig macht, lässt sie sich toll mit Zwiebelblumen unterpflanzen. Schneeglöckchen, Blausternchen und Têtê-á-Têtê-Narzissen kontrastieren wunderbar zu ihrem rötlichen Austrieb.

Die Pflanze braucht kaum Pflege, eine gelegentliche Gabe Kompost genügt. Im Spätherbst schneidet man die Triebe eine Handbreit über dem Boden zurück. Im ersten Pflanzjahr empfehle ich einen leichten Winterschutz.


Sonntag, 25. September 2016

Auszeit im Kloster



Beruflicher und privater Stress ließen den Wunsch nach Abstand und Ruhe immer lauter werden. Ich entschied mich für sogenannte „Stille Tage“ in einem Kloster, ohne zu wissen, was genau mich dort erwartete. Tagelang schweigen, konnte ich das? Und so viel Zeit zum Nachdenken, ob das gut für mich war?


Die Tür hinaus in die Freiheit -
oder hinein in die Geborgenheit?


Mit gemischten Gefühlen kam ich dort an, fühlte mich aber vom ersten Moment an gut aufgehoben. Der liebevolle Empfang und die Klostermauern umgaben mich wie ein schützender Kokon. 












Zunächst einmal galt es, sich mit den Klosterregeln vertraut zu machen: Dreimal täglich war Gebetszeit, zusätzlich drei Termine am Tag, wo sich die Gruppe zur Besprechung eines vorgegebenen Themas traf. Ansonsten: Schweigen. Für mich war dieses „Programm“ schon zuviel und ich habe mich schon mal ausgeklinkt, um mehr Zeit für mich zu haben. Sehr gewöhnungsbedürftig war auch der viele Gesang während der Andachten. Obwohl ich gregorianische Gesänge grundsätzlich mag, waren mir mehrere hintereinander gesungene Psalmen (mitsingen ausdrücklich erwünscht!) doch zuviel.


 

















Sehr genossen habe ich die Stille in meiner Zelle und die langen Spaziergänge auf der weitläufigen Parkanlage und im umliegenden Wald. Das Wetter spielte mit und so wanderten unterwegs sonnenwarme Birnen, Äpfel und Zwetschgen direkt in den Mund.


Mein Lieblingsplatz

Der Baum der Versuchung - einer davon!




















Die dort lebenden Mönche versorgten uns mit liebevoll zubereiteter vegetarischer Kost. Vieles davon stammte aus eigener Produktion. Der Gemüsegarten, zahlreiche Obstbäume und mehrere Bienenvölker sorgten für einen reich gedeckten Tisch.





















Auf mich selbst zurückgeworfen zu werden war nicht so schlimm wie befürchtet. Im Gegenteil! Die friedliche, ja ehrfürchtige Stimmung dort war Balsam für die Seele. Das enge Korsett der festen Gebetszeiten steht meiner ausgeprägten Freiheitsliebe zwar etwas im Weg, sodass ein längerer Aufenthalt im Kloster sicher nicht mein Ding wäre. Aber um sich kurzzeitig aus dem Alltag auszuklinken, ist es einfach ideal. Diese erste, sehr positive Erfahrung war bestimmt nicht die letzte. Ich komme wieder!

Mittwoch, 21. September 2016

Impressionen aus dem Garten Moorriem




Der Garten Moorriem liegt in Elsfleth in der Wesermarsch. Im Juni 2006 begann das Ehepaar Ziburski, das handtuchförmige Grundstück von einem Hektar Gesamtgröße zu einem Schaugarten zu gestalten. 














Direkt hinter dem alten Bauernhaus schließt sich ein Obstgarten an, gefolgt von zwei traditionell angelegten Bereichen, die altbekannte Pastoren- und Bauergartenpflanzen beherbergen. Im Junigarten wachsen unter anderem Pfingstrosen, Rittersporn und Storchschnabel, im Spätsommer Dahlien. Der nächste Gartenraum, der Spätsommergarten, trumpft mit gelben und roten Farben auf. Sonnenhüte, Dahlien, Schafgarben, Taglilien, Goldruten und Sonnenbräute geben hier den Ton an, kombiniert mit kontrastreichen Astern in Blautönen und schmeichelnden Gräsern.















Hat man den formalen Teil hinter sich gelassen, gelangt man durch einen kleinen Waldgarten über eine Brücke in den Wiesengarten. Hier dominieren Staudenriesen mit wildem Charme: Wasserdost, Chinaschilf, Mädesüß, Blutweiderich, Scheinaster, Weidenröschen, Sonnenbraut, Patagonisches Eisenkraut und Engelwurz geben sich hier ein Stelldichein. 















Die gegenüberliegende Seite ist geprägt von den Farben Blau, Rosa und Purpur. Sanftes Weiß unterstützt den Auftritt der unzähligen Scheinsonnenhüte und deren Begleiter. 

















Im Wiesengarten schweift der Blick des Besuchers in die umgebende Landschaft, die gekonnt in die Gestaltung einbezogen wurde. 


Der Garten hat an den Wochenenden für Besucher geöffnet. Besonders lohnenswert ist ein Ausflug dorthin im Spätsommer, wenn der Wiesengarten in voller Blüte steht. Und wer beim Lustwandeln neue Ideen für den eigenen Garten bekommt, kann sich aus der angeschlossenen Gärtnerei seine Favoriten gleich mitnehmen.


Dienstag, 20. September 2016

Der Gärtner – eine verrückte Gattung Mensch


Gärtner sind schon manchmal eine merkwürdige Spezies Mensch. Ich traue mich das zu sagen, weil ich selbst dazu gehöre. Jeder Gartenbesitzer hat seine ganz eigene, unverwechselbare Art, mit seinem Stück Land umzugehen. Gärtner sind alle grundverschieden, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind ein kleines bisschen verrückt.

Wie extrem sich die Arten zu gärtnern unterscheiden, habe ich tagtäglich vor Augen. Da ist zum Beispiel der Naturfreund, der in seinem Garten dem Zufall freie Hand lässt und in einem Dschungel wohnt. Die dort lebenden Tiere freut es sicher, doch entdeckt man zum Beispiel echte Pflanzenjuwele, die nicht jeder hat, erst auf den zweiten, dritten, vierten Blick, weil sie vom Wildwuchs völlig überwuchert sind und deshalb gar nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Schade drum. Und, Tierliebe hin oder her, eine Wasserstelle für Molche und anderes Kleingetier ist wichtig, kann aber auch dekorativer ihren Zweck erfüllen. Es muss nicht ein morastiger Tümpel ohne Randbepflanzung am Ende des Grundstücks sein. In einem solchen Garten juckt es mich mächtig in den Fingern, mal ordentlich aufzuräumen.

Dennoch, ganz ehrlich, mir als Tier- und Naturliebhaberin gefällt dieses Extrem besser als das andere: Der überpenible Gartenbesitzer, der einen nicht aufgeräumten, sondern sterilen Garten pflegt. Da dürfen Pflanzen nicht ihrer Natur entsprechend wachsen. Sie dürfen sich nicht aussäen, werden schon während der Blüte bodennah abgeschnitten, Zwiebelblumen dürfen nicht in Ruhe einziehen, sondern das Laub wird schon in grünem Zustand herausgerissen. Pflanzen, die tief wurzeln und schattige Füße brauchen wie zum Beispiel Clematis, werden an der sonnigsten Stelle das Gartens in niedrige Balkonkästen gesetzt, einfach nur zu dekorativen Zwecken. Und die Besitzerin wundert sich, warum nichts wächst oder blüht. Also werden ständig neue Pflanzen gekauft, die schon kurze Zeit später in die Knie gehen. Nur der Rasen wird gehegt und gepflegt, täglich gemäht und jedes Blättchen Klee von Hand herausgezogen. Und da Pflanzen einen schlechten Stand haben, verwandelt sich der Garten in eine Figuren- und Lampenausstellung, die den Betrachter glatt erschlägt. Der Garten ist einerseits zu aufgeräumt, andererseits aber zu überladen, weil es nichts gibt, woran sich das Auge festhalten kann. Das Zuviel an Deko vermittelt ein Gefühl der Unruhe und die wenigen verbleibenden Pflanzen scheinen zu sagen: „Jetzt guck dir das an, da machste was mit!“

In meinem Garten darf die Natur ruhig ein Wörtchen mitreden. Ich freue mich über Akeleien und Fingerhüte, die dank Selbstaussaat durch den Garten wandern und so immer neue Bilder schaffen, bevorzuge dichte Pflanzungen, um Unkraut zu unterdrücken und meinen Bienen ein reichhaltiges Nahrungsangebot zu sichern. Deshalb dürfen an der einen oder anderen Stele auch Wildpflanzen ungestört wuchern. Solange ab und zu etwas Zeit ist, ordnend einzugreifen, bleibt alles in Harmonie. Dann kann der Garten vor allem eines sein: ein Ort, an dem Pflanzen, Tiere und Menschen sich gut aufgehoben fühlen.

Dienstag, 30. August 2016

Altweibersommer – Einstimmung auf den Herbst







Der Herbst ist schon gegenwärtig, wenn man durch den Garten geht. Das Licht hat sich verändert, vor allem in den Morgen- und Abendstunden. Es ist morbider als im Hochsommer. Ich liebe diese Stimmung draußen. Etwas melancholisch zwar, aber der Garten zieht mich gerade jetzt in seinen Bann.



Die Birken verlieren bereits ihr erstes Laub, Aronia und Felsenbirne ziehen langsam ihr Herbstkleid an, Herbstanemonen und Rudbeckia haben jetzt ihren großen Auftritt, während Astern und Gräser sich zum fulminanten Paukenschlag rüsten. 
 

 
Und überall weben Spinnen ihre Netze zwischen Stauden, Sträuchern und im Gras, fangen Tautropfen und Sonnenlicht auf das Schönste ein. Trotz seiner Vergänglichkeit ist der Herbst meine liebste Jahreszeit. Gerade jetzt verwöhnt uns der Garten mit einem Farbspektakel, das die Sinne berauscht. Dazu der Geruch von feuchtem Laub und Erde, vermischt mit den Düften von Phlox und letzten Rosen, die bis zum Frost durchhalten.  





Gibt es Schöneres, als an milden Abenden am Lagerfeuer zu sitzen, eine dampfende Tasse Tee in der Hand und die Kartoffeln aus eigener Ernte in der Glut? Der Herbst lässt uns auch ein klein wenig wieder Kind sein: bunte Blätter suchen und pressen für tolle Herbstdeko, Kastanienmännchen basteln, Drachen steigen lassen, Pilze und Beeren sammeln, Äpfel pflücken und bei Regenwetter jede Pfütze mitnehmen. Kein Grund also, Trübsal zu blasen und dem vergangenen Sommer nachzutrauern, sondern das Leben in seiner Fülle in vollen Zügen auskosten.





Freitag, 22. Juli 2016

Pflanzenportrait: Lysimachia ciliata var. purpurea ‘Firecracker’ (Bewimperter Felberich, Bronzefelberich)







Familie:
Primelgewächse
Herkunft:
Nordamerika
Aussehen:
Aufrecht, rötlich-violettes Laub, Wuchshöhe 100 cm
Blüte:
gelb
Blütezeit.
Juni-August

Der Bronzefelberich ‚Firecracker’ ist aus der
Gattung Lysimachia einer der schönsten, aber leider ebenso ausbreitungsfreudig wie seine Verwandten. Planen Sie deshalb schon bei der Pflanzung genug Platz ein, denn er wirkt am besten im Stil der Präriepflanzungen in großen Gruppen. Er sollte regelmäßig in seine Schranken gewiesen werden, damit Nachbarstauden nicht überwuchert werden.

Die absolut frostharte Pflanze mag humosen, feuchten Boden in sonniger oder halbschattiger Lage. Sie gedeiht am Teichrand ebenso gut wie in lockeren Pflanzungen verschiedener Prärie- und Wildstauden. Die gelben Blüten heben sich sehr schön von dem rötlichen Laub ab. Auch ohne Blüten sind die Stängel des Bronzefelberich eine tolle, kontrastreiche Ergänzung in Beet und Vase.


 

Bronzefelberich vermehrt sich durch Ausläufer und Aussaat. Er passt toll zu Eisenhut, Gräsern, frühen Astern und blaublütigem Ehrenpreis. Wegen seiner dunklen Erscheinung lässt er sich auch gut zu Pflanzen mit hellgrünem Laub (z.B. Farne, Taglilien, Felsenstorchschnabel) kombinieren.

Abgesehen davon, dass man auf seinen Ausbreitungsdrang achten muss, ist Lysimachia ciliata var. purpurea absolut pflegeleicht. Ich schneide ihn im Spätherbst bodennah zurück, im Frühjahr treibt er zuverlässig neu aus. Um den Nachbarpflanzen Raum zu geben, wird er regelmäßig mit dem Spaten abgestochen. Einzelne Ausläufer lassen sich aber auch gut mit einem kräftigen Ruck herausziehen.