Sonntag, 19. Juli 2015

Haufen, Häufchen und gesammelte Werke


Heute war ich wieder in einem Garten, dessen Besitzerin bzw. deren Angewohnheiten mich immer wieder zum Schmunzeln bringen. Und zwar deshalb, weil ich dieselben Angewohnheiten nur zu gut von mir selbst kenne und so manch anderer sicher auch. Was ich meine, ist die Marotte, überall im Garten Häufchen oder auch mal größere Haufen anzusammeln: Unkraut, Verblühtes oder im Vorbeigehen abgeschnittene Staudentriebe und in den Weg wuchernde Zweige und vieles mehr.

 

Wer kennt das nicht, mal eben eine Runde durch den Garten drehen, eventuell reife Beeren naschen und sich an einem gemütlichen Sitzplatz niederlassen. Doch lange hält es dort niemanden, der mit viel Liebe und Fürsorge einen Garten pflegt. Es juckt doch zu sehr in den Fingern. Mal eben noch die Schere in die rechte, hintere Hosentasche gesteckt und schon wird eine weitere Runde gedreht. Und dabei gezupft, gerupft, geschnitten und gerichtet. Und so kommt es, dass überall am Wegesrand diverse Haufen liegen – zum späteren Wegräumen. In den Gärten, wo ich arbeite, bin meist ich es dann, die diese Haufen wegräumt und sich dabei ein wissendes Grinsen nicht verkneifen kann.

 

Eine weitere Eigenart, bei der Haufen, Häufchen und gesammelte Werke zustande kommen, ist der Sammelleidenschaft eines jeden Gärtners geschuldet. Schließlich können Gärtner alles gebrauchen. Wenn auch nicht sofort, aber irgendwann bestimmt. Sie horten alle Arten von Holz, Steinen, altem Hausrat, Baustoffen und natürlich Töpfen, Kübeln und Balkonkästen mit oder ohne Inhalt. Und tatsächlich findet das Meiste davon irgendwann Verwendung. Solange liegt und steht es mal mehr, mal weniger dekorativ in diversen Gartenecken herum. Aber das macht gar nichts. Irgendwie verleihen auch diese gesammelten Werke dem Garten ein eigenes Gesicht und zeugen davon, dass hier gelebt wird.

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