Donnerstag, 5. März 2015

Einen Naturgarten anlegen


Ein Naturgarten bietet Lebensraum und Nahrung für viele Tiere. Zudem ist er, einmal angelegt, ideal für Gärtner, die zwar ihren Garten als Rückzugsort nutzen, aber für dessen Pflege wenig Zeit erübrigen können oder wollen.

Wer einen Naturgarten anlegen möchte, muss sich von den Prachtstauden weitgehend verabschieden, denn die meisten von ihnen brauchen viel Aufmerksamkeit. Wild- und Strauchrosen sind besser als Beet- oder Edelrosen. Eine blühende Hecke, aus Sträuchern mit unterschiedlichen Blühzeiten zusammengesetzt, bietet Bienen, Hummeln und anderen Insekten Nahrung, fruchttragende Sträucher wie Kornelkirsche, Schlehe, Mispel, Felsenbirne und Aroniabeere können selbst beerntet oder den Vögeln als Nahrungsquelle überlassen werden. Eine blühende Wiese muss im Gegensatz zu einem englischen Rasen nur zwei mal im Jahr gemäht werden und ist Lebensraum für viele Insekten. Ein naturnah angelegter Teich lockt Molche und Frösche an, die von einem Sitzplatz in Teichnähe wunderbar beobachtet werden können. Stein- und Totholzhaufen, Natursteinmauern und Benjeshecken beherbergen Eidechsen, Molche, Igel und Vögel und dienen vielen Tieren als Winterquartier. In einem Naturgarten dürfen einige Ecken ruhig wild sein, damit zum Beispiel Schmetterlingsraupen sich an den Brennnesseln laben können. Wild- und Präriestauden, Gräser und Farne benötigen wenig Pflege, sondern müssen lediglich im Spätwinter abgemäht werden. Viele der schönen Wilden säen sich selbst aus, sodass immer wieder neue, beeindruckende Gartenbilder entstehen.

Bei aller Liebe zur Natur muss ein Naturgarten keineswegs ungepflegt wirken. Durch Hecken, Solitärgehölze, Wege, Sitzplätze und einen Teich bekommt der Garten Struktur. Erst wenn Sträucher und Rosen ihren Platz im Garten haben, werden die Wildstauden passend dazu kombiniert. Achten Sie auf ein möglichst großes Nahrungsangebot für Insekten und wählen Sie die Pflanzen so, dass vom Frühling bis zu Winterbeginn immer etwas blüht. Zwiebelblumen sorgen dafür, dass der Garten auch im Frühjahr nicht langweilig wirkt. Gräser mit schöner Herbstfärbung und sich im Wind wiegenden Blütenständen sorgen zusammen mit spät blühenden Präriestauden wie Astern, Sonnenbraut und Purpurdost für ein fulminantes Herbstfinale.

Wichtig bei der Anlage des Naturgartens ist eine möglichst dichte Pflanzung, damit Unkraut gar nicht erst aufkommen kann und sich damit der Pflegeaufwand in Grenzen hält. Ende Februar werden alle Stauden vor dem Neuaustrieb eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Das geht je nach Größe der Beete am besten mit einer elektrischen Heckenschere oder mit einer Motorsense. Bei standortgerecht gesetzten Pflanzen entfällt das Gießen und die Pflegearbeiten beschränken sich während der Gartensaison auf das Entfernen überzähliger Sämlinge sowie doch einmal aufkommenden Unkrauts. Nur ab und zu ordnend eingreifend, dürfen Sie ruhig die Natur machen lassen und Ihren Garten einfach genießen.
 
Hier einige empfehlenswerte Pflanzen für einen Naturgarten:

Gehölze
Stauden
Ein- und Zweijährige
Zwiebelblumen
Gräser + Farne
Felsenbirne
Kornelkirsche
Aroniabeere
Holunder
Schlehe
Weißdorn
Rotdorn
Weide
Berberitze
Flieder
Weigelie
Sommerflieder
alte Rosen
Wildrosen
robuste, ungefüllte Strauchrosen
Lungenkraut
Schlüsselblumen
Primeln
Beinwell
Akelei
Storchschnabel
Blutweiderich
Agastache
Salbei (echter und Zierformen)
Sonnenhut
Astern
Sonnenbraut
Wasserdost
Fetthenne
Katzenminze
Kornblumen
Lavendel
Garten-
chrysanthemen
Fingerhut
Judas-Silberling
Ringelblumen
Goldmohn
Vergissmeinnicht
Skabiose
Klatschmohn
Ziertabak
Schneeglöckchen
Märzbecher
Narzissen, ungefüllt
Krokusse
Winterlinge
Hasenglöckchen
Seggen
Reitgras
Chinaschilf


Trichterfarn

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